Hallo zusammen,

der Acker wurde nun seit vier Monaten wieder reichlich bepflanzt und beerntet. Es gab wie jedes Frühjahr wieder die eine oder andere Herausforderung zu bewältigen, aber auch so manche erfreuliche Überraschung!

Die Durchführung der Bodenbearbeitung ist im März zwar zeitlich immer schwierig umzusetzen, da der Boden noch zu kalt und feucht ist.  Dieses Jahr zeigte der April aber eine eindeutig warme und trockene Trendwende und die meisten Pflanzungen und Saaten konnten bisher zum geplanten Termin ausgebracht werden.

Nach einem kurzen, drastischen erneuten Kälteeinbruch pünktlich zu den Eisheiligen erlebten wir im Mai anschließend bereits Temperaturen von über 30 Grad. Das sorgte dafür, dass die Gemüseausgabe wie im letzten Jahr im zweiwöchigen Rhythmus durchgezogen werden konnte, bis es wieder wöchentlich weiterging.

Wir haben dieses Jahr den Kürbis und die Zucchini nicht nur direkt in den Boden gesteckt, sondern zu einem Teil auch in Töpfchen vorgezogen. Dadurch wollten wir einerseits mehr Sicherheit bei der Keimung erhalten, aber auch einen zeitlichen Vorteil nutzen, da wir damit anfangen konnten, als der Boden draußen noch zu kalt war.

Diese Hoffnung wurde uns jedoch schnell genommen. Nach der ersten Nacht waren die Töpfchen auf den Tischen komplett verwüstet. Wir dachten zuerst, es wären vielleicht Krähen gewesen, die die Samen herausgepickt haben. Daher deckten wir alles mit einem Netz ab. Am nächsten Morgen waren aber wieder alle Samen weg, und wir mussten einsehen, dass es wohl doch Mäuse waren, die auf den Tisch gelangt sind, um die Samen wegzuknabbern. Beim dritten Versuch hat es dann mit einer peniblen Netzabdeckung geklappt. Die Kürbispflänzchen haben sich in den Töpfchen allerdings deutlich langsamer entwickelt, als wir vermuteten. Im Endeffekt ist das Kürbis- und Zucchinfeld genauso schnell gewachsen wie in den letzten Jahren auch.

Frühe Fruchtgemüse wie Gurken, Tomaten und Paprika waren bei uns bisher nie so einfach hinzubekommen. Selbst wenn wir die Jungpflanzen im Tunnel schützen und mit Vlies abdecken, müssen sie trotzdem tagsüber im Tunnel vor zu hohen Temperaturen geschützt werden. Das bedeutet: Morgens muss der Tunnel geöffnet und abends wieder geschlossen werden. Nur deswegen abends noch einmal extra zur Arbeit zu fahren, wäre jedoch zu viel Aufwand. Dieses Problem konnten wir leider bisher noch nicht lösen. Daher ist der Tunnel bei uns vorne und hinten offen, sodass keine zu heißen Temperaturen entstehen können. Mittlerweile ist die neue Gurkensorte Arola allerdings schon reif und wir sind gespannt, wie ihr sie findet!  Bei den Tomaten ist es dann auch bald soweit und ihr könnt Euch schon auf die neue Tomatensorte Marmarossa freuen.

Bis jetzt kann man sagen, dass es bei den Ausgaben bisher wenig Ausfall gab. Durch die meist hervorragenden Umweltbedingungen gedeihen die meisten Gemüsearten wirklich sehr gut und wir sind mit dem bisherigen Ertrag zufrieden. Zwar gab es durch die schlagartigen Hitzewellen den einen oder anderen Salatsatz, der in die Blüte gegangen ist, bevor er reif war. Das ist durch die große Menge an Salat-Jungpflanzen jedoch nicht aufgefallen, da wir ja im Vorfeld für 80 Mitglieder geplant hatten.

Im Juni war bisher der größte Hitzestress: Während die meisten unserer Kulturen eine Wohlfühltemperatur von 15 bis 25 °C haben, wurden sie durch tagelang anhaltende Temperaturen von über 35 °C im Schatten schon etwas in die Mangel genommen. Für uns hieß das: Sieben Tage in der Woche bewässern, teilweise um 4:30 Uhr auf dem Acker ankommen und jede Menge Sonnencreme auftragen.

Mehrere Kulturen wie Mangold, Rote Bete und Salate sind teilweise besonders früh in die Blüte gegangen, aber bisher in keinem verheerenden Ausmaß. Am herausforderndsten war, dass insgesamt vier Sätze von Blumenkohl und Brokkoli, die eigentlich über einen Zeitraum von etwa acht Wochen hätten beerntet werden können, nahezu gleichzeitig reif geworden sind und teilweise sehr verfrüht Blütenansätze gemacht haben. Ihr habt es an der Ausgabe gemerkt – das war so nicht geplant und ist der Hitze geschuldet!

Trotzdem erwarten wir keine großen Lücken, auch wenn wir so manches Gemüse jetzt schon zu einem früheren Zeitpunkt ausgegeben haben, da der Rest relativ gut dasteht. Auch die Möhrenernte kann dieses Jahr etwas früher anfangen. Ihr könnt also bald auch mit den ersten Ausgaben von Frühmöhren rechnen!

Da wir in den letzten Jahren keine dramatischen Schäden mehr durch Mäuse erlebt hatten, dachten wir uns, wir könnten uns dem Thema Mulchen noch einmal vorsichtig annähern.

Nachdem das Winterzwischenfrucht-Gemisch aus Wicke und Roggen im Frühjahr gemäht wurde, haben wir das Material auf die Kohlbeete nebenan gelegt. Auch wenn diese Schicht für Mäuse eine perfekte Behausung mit optimalem Schutz vor Raubvögeln darstellt, hilft sie andererseits, die Verdunstung deutlich zu verringern und das Wasser im Boden länger halten zu können. Des Weiteren hoffen wir dadurch natürlich, das Unkrautwachstum unterdrücken zu können. Leider ist dieser Plan nicht ganz aufgegangen: Die aufgebrachte Schicht war mit etwa 5 cm Dicke noch zu dünn, sodass nach etwa vier Wochen besonders Wurzelkräuter durch die Schicht durchgestoßen sind und händisch entfernt werden mussten.

Einige Zeit später wurden die Tomaten im Tunnel mit Stroh gemulcht. Das sieht bisher recht vielversprechend aus und wir sind gespannt, ob es sich bis zum Ende der Tomatensaison hält.

Diese Woche planen wir, auch den Kopfkohl und den Rosenkohl mit Stroh zu mulchen. Diese Kulturen stehen besonders lange auf dem Feld und benötigen daher viele Hackgänge. Wir bringen dazu eine etwa 20 cm dicke Strohschicht rings um die Pflanzen aus, sodass kein Licht mehr auf den Boden trifft und Unkrautsamen dadurch nicht keimen können. Wir sind gespannt, wie es funktioniert!

In diesem Jahr haben wir uns außerdem vorgenommen, möglichst wenige Beikräuter auf dem Acker zum Samenflug kommen zu lassen. Daher nutzen wir den Schlegelmulcher etwa alle zwei bis drei Wochen und halten alle Grünflächen möglichst kurz. Das hat auch den Vorteil, dass Mäuse für die Greifvögel gut sichtbar bleiben und die Hasen nicht allzu viele Versteckmöglichkeiten haben.

Hier mal ein Eindruck von dem Ausmaß unseres Unkrautdrucks auf dem Acker.

Unser neuer Bauwagen in der Mitte des Ackers hat dank unserer Handwerker-Crew ein Facelift bekommen! Er steht uns jetzt mit neuem Dach, funktionierender Tür und stabilen Stützen bereit. Vielen lieben Dank für die tolle Arbeit 🙂

Bei Wartungsarbeiten am Bewässerungswagen ist uns aufgefallen, dass sich eine Bachstelze am Auslasshahn des IBC-Containers ein Nest gebaut hat. Da wir genau diesen IBC-Container einmal deinstallieren und vom Hänger runter nehmen mussten, hatten wir Sorge, dass das Nest nicht mehr angenommen werden würde. Zwei Tage später waren jedoch bereits drei Eier drin. Mal schauen, ob noch jemand schlüpft!

Die Katze wartet schon 😉

Seit Mai diesen Jahres ist Alfred, ein aktives Mitglied aus unserem Pep-Team, auch Teil unseres Gärtner-Teams geworden. Er ist von Mai bis September als Minijobber bei uns angestellt, unterstützt uns zweimal die Woche und wir freuen uns sehr, dass er so viel Spaß an der Sache hat!

Eins noch: Unser Sommerfest!

Im August freuen wir uns außerdem auf unser Sommerfest, bei dem wir und die Öko-Modellregion Wetterau unser jeweiliges, zehnjähriges Bestehen zusammen feiern wollen. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr alle vorbeikommt und am besten noch viele Leute mitbringt und einladet!

 

Im Anschluss noch ein paar weitere Eindrücke der letzten Monate auf dem Feld

 

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