Huch, schon Oktober !? Etwas verspätet, aber besser spät als nie: Der Ackerbericht für Juli August.
Das Juliwetter zeigte sich von seiner abwechslungsreichen Seite: Viele sonnige Tage wechselten sich mit einzelnen, teils kräftigen Gewittern ab. Dieser stetige Wechsel von Wärme und Regen wirkte sich ausgesprochen positiv auf das Wachstum der Kulturen aus. Der Boden profitierte stark von den Niederschlägen – er wurde mit der Zeit immer krümeliger, ließ sich besser durchwurzeln und ließ sich auch mit unseren Hackgeräten sehr gut bearbeiten.
Einige von euch haben es vielleicht schon gemerkt: Auch in diesem Jahr gab es wieder nur zwei Ausgaben der Dicke Bohne. Der Grund war leider ein sehr starker Blattlausbefall, der dafür gesorgt hat, dass die Pflanzen ihre Blüten noch vor dem Fruchtansatz abgeworfen haben. Das war besonders enttäuschend, da die Ackerbohnenpflanzen bis dahin prächtig gewachsen waren und wir mit einer guten Ernte gerechnet hatten. Trotz dieses Rückschlags können wir immerhin sagen, dass dies bislang der einzige nennenswerte Schädlingsbefall in dieser Saison war – ein kleiner Trost in einem ansonsten sehr stabilen Anbaujahr.
Am Monatsanfang konnten wir die ersten Brokkoli beernten. Besonders erfreulich war, dass sogar die Pflänzchen, die im Frühjahr noch einen starken Nachtfrost überstanden hatten, letztlich vollständig abreiften. Zwar blieben die Köpfe etwas kleiner als die ungeschädigten Pflanzen, lecker waren sie aber trotzdem! Das gab uns mal wieder die Bestätigung, dass sich Geduld und Pflege auch nach Rückschlägen lohnen kann.

Kurz darauf folgte die erste Buschbohnenernte, die wir diesmal als Ganzpflanzenernte durchführten. Diese Methode erwies sich im Vergleich zur herkömmlichen Stück-für-Stück-Ernte als sehr zeitsparend. In den vergangenen Jahren hatten Mitglieder des PEP-Teams die Bohnen mühsam nach und nach gepflückt, was sich regelmäßig als arbeitsintensiv und kräftezehrend erwiesen hat. Die Sorte Caruso hat sich nun als sehr passend herausgestellt: Sie reift nicht kontinuierlich nach, sondern recht gleichmäßig. So lässt sich mit einem Handgriff die gesamte Pflanze ernten. Zwar nimmt man damit in Kauf, dass nicht jeder einzelne Trieb voll ausgeschöpft wird, aber der Gewinn an Zeit und Effizienz macht diesen kleinen Ertragsverlust mehr als wett. Für uns ist das Experiment daher ein voller Erfolg. Lediglich die insgesamt angebaute Menge hätte größer sein können – die Bohnenportionen waren am Ende doch recht knapp. Für die nächste Saison haben wir uns deshalb fest vorgenommen, etwas mehr Fläche für Buschbohnen einzuplanen.
Gegen Ende Juli haben wir für unseren Grubber neue Gänsefußscharen bestellt und in Betrieb genommen. Diese dienen nicht nur der flachen Bodenbearbeitung, sondern helfen auch beim Unterschneiden von aufkommendem Unkraut. Neben der Lockerung und Vorbereitung des Bodens zum späteren Fräsen verschaffen sie uns einen weiteren Vorteil: Wir können ein falsches Saatbett, also ein gefrästes Beet auf dem bereits vor der Pflanzung der erste Unkrautaufwuchs aufläuft, nun anstatt mit einen zweiten Fräsgang oder einem zeitintensiven Radhackengang, mit den Gänsefußscharen hacken. Das schont einerseits das Bodenleben und die Bodenstruktur und erspart uns andererseits Kraft und Zeit.


Insgesamt hat sich der Grubber eindeutig bewährt und ermöglicht es uns im Notfall nahezu die gesamte Grundbodenbearbeitung durchführen, was gerade dann unverzichtbar ist, wenn Holger einmal nicht verfügbar ist.
Ein besonders arbeitsreicher Abschnitt des Sommers beginnt immer mit der Zwiebellagerernte, die dieses Jahr schon ungewöhnlich früh startete. Da Starkregen angekündigt war, wollten wir kein Risiko eingehen, dass die Zwiebeln in der Erde zu faulen beginnen und so wurde ein Großteil spontan in einer Hauruck-Aktion zum Trocknen auf den Dachboden gebracht. Nach den starken Regenfällen konnten wir Mitte August auch den Rest bergen. Dank des anschließenden, stabilen Sommerwetters trocknete diese Partie vollständig auf dem Feld ab und konnte danach problemlos eingelagert werden.


Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir insgesamt bereits über 100 Beete bepflanzt oder neu ausgesät. Rückblickend können wir sagen, dass das Jahr bislang erstaunlich wenig Komplikationen durch Schädlinge oder Krankheiten mit sich brachte. Dadurch war es möglich, unseren Anbauplan fast vollständig einzuhalten. Ein besonderer Luxus war es sogar, dass beide Gärtner Anfang August abwechselnd einen Sommerurlaub einlegen konnten.
Ein weiterer Erfolg war die Sommerzwischenfrucht Buchweizen. Sie diente nicht nur der praktischen Unkrautunterdrückung, und Gründüngung sondern lockte gleichzeitig viele Bienen und andere Insekten an und sah dazu noch gut aus 🙂

Eine schöne Überraschung bereitete uns zudem der Wiesen-Champignon, der dieses Jahr an vielen Stellen auf dem Acker zu finden war. Ob als kleiner Snack direkt vor Ort oder für eine bunte Pilzpfanne in der Küche – er war eine willkommene Ergänzung zum Gemüse.

Zum Ende des August zeichnete sich im Wetterbericht bereits ein deutlicher Herbsteinbruch ab. Das Kürbisfeld beginnt abzureifen, und auch der Grünkohl wartet schon auf den ersten Frost.

Alles in allem können wir sagen: Trotz kleinerer Rückschläge war die Saison bisher von Stabilität, guten Erträgen und effizienter Arbeit geprägt. Wir sind gespannt wie die Herbst und Lagerernte verlaufen wird!
Liebe Grüße, Chris
PS: Folgend noch ein paar weitere Impressionen vom Acker der letzten Monate




