Ackerbericht März

Anfang März hat es geregnet und der Regen kam auf die Winterfeuchtigkeit obendrauf. So war das Bearbeiten vom Boden zur Vorbereitung für Pflanzen und Säen in den ersten 2 Märzwochen schwer. Und wer bei ungünstigen Bedingungen bearbeitet ist zwar vielleicht 1-2 Wochen früher dran, tut dem Boden aber nicht gut. Er verschmiert und verdichtet, wenn zu nass mit dem Trecker drauf gefahren wird.

Für uns hieß das Abwarten. Neben dem Kräfte sparen haben wir aber auch anderes gemacht. Z.B. wird dieses Jahr das Hauptrohr für die Bewässerung in 60 cm tiefe unter den Wegen entlang gelegt. Das ist so üblich, damit der Trecker nicht über den vollen Schlauch fährt und ihn damit strapaziert. Gerrit und ich haben dafür mit Spaten und Grabegabel zwei Gräben gebuddelt, die ihr beim Vorbeifahren oder -laufen zum Abholraum sehen könnt. Der Bauwagen hat einen neuen Standort bekommen und die Geräte eine Pflege mit Öl.

Die erste Pfanzaktion dieses Jahr war das Zwiebelstecken. Es sind viele kleine und große Helfer*innen am Donnerstag zum Mitmachtag gekommen und so ging es ganz schnell. Obwohl es eine sehr aufwändige Handarbeit ist jede einzelne Zwiebeln, richtig herum, in gutem Abstand zueinander in den Boden zu stecken.

Zwiebeln stecken
Ute, Sandra und viele weitere Helfer*innen bei der Arbeit
Bettina bei der Arbeit

Ende des Monats war es dann endlich so weit, dass die Beete für weitere Aussaat und Pflanzung fertig vorbereitet waren und es wurde losgelegt! Ich habe Mangold, Rote Beete, Spinat, Radieschen, Mairüben, Rettich und dicke Bohenen gesät. Auch ein halbes Beet Rukola war dabei, aber es ist erstmal ein Versuch, denn ob die Aussaatmaschine für das sehr feine Rukolasaatgut geeignet ist, weiß ich noch nicht. Von Lisa und Tuula wurden zusätzlich Zuckerschoten aufs Selbsterntebeet gesteckt. Wir haben die Pflanzungen, die wir eigentlich Mitte März machen wollten, dann auch Ende März gemacht, so war sehr viel an einem Tag zu tun und zum Glück waren wir ein richtig großes Gärtner*innen-Team. Gerrit (für alle die ihn noch nicht kennen: unser langjähriger Begleiter, Berater und Gärter im (Fast)ruhestand) hat im März angefangen jede Woche 5 Stunden für die Solawi zu arbeiten. Malina wird in dieser Saison auf 450€ Basis wöchentlich 10 Stunden für die Solawi arbeiten (sie gärtnert schon eine Weile selbstversorgend und ist interessiert bei uns zu arbeiten und lernen, weil sie möglicherweise eine Solawi in Butzbach gründen möchte – stay tuned!). Auch sie hat im März angefangen und war am großen Pflanztag dabei. Zusätzlich hatten wir Unterstützung von einem Freund. Wir haben Salate und Kohlrabi händisch gepflanzt.

Malina und Fabi beim Pflanzen, Gerrit (im Hintergrund) harkt um die groben Erdklumpen vor der Pflanzung zu entfernen.
Fertig! Gerrit gießt alle Pflanzen an.

Mittags ist Holger mit großem Gerät zu uns gestoßen. Die von Trecker gezogene Pflanzmaschine war erstmal gewöhnungsbedürftig. Ich habe noch nie mit einer Pflanzmaschine gearbeitet. Chris und ich haben in den letzten zwei Jahren, zum Teil mit viel Mitgliederunterstützung, jede Pflanze von Hand gesetzt. Aber die Maschine lief gut, wir waren anfangs mit dem Pflanzen absetzen zu langsam, was für einen großen Pflanzenabstand gesorgt hat, aber nach einer Weile hatten wir uns eingegroovt, es hat richtig Spaß gemacht. 18 Kisten Zwiebeln wurden in 2-3 Stunden gepflanzt.

Der Pflanztag war einer der wärmsten Märztage.

Falls ihr euch jetzt frage: Hä? Ich dachte die Zwiebeln wurden am Mitmachtag gesteckt. Wir versuchen dieses Jahr zwei Wege Zwiebeln zu kultivieren: einmal als kleine Zwiebeln stecken und zusätzlich als kleines Pflänzchen setzen. Die Steckzwiebeln bekommen wir im Sack von Bingenheimer Saatgut, die Pflanzzwiebeln bekommen wir von unserem Jungpflanzenlieferant Wunderlich, der sie aussät. Die Hoffnung ist, dass die Steckzwiebeln gut geeignet sind als Frühlingszwiebeln und auch darüber hinaus gut im Sommer und frühen Herbst ausgegeben werden können und die Pflanzzwiebeln gut lagerfähig sind und im Winter ausgegeben werden können. Mal sehen, wie es klappt.
Am Mitmachdonnerstag in der gleichen Woche haben Marissa und Sandra dann den ersten Satz Fencheln gepflanzt.
Mit dieser vollen letzten Märzwoche wurde der Monat, wie ich finde, sehr erfolgreich abgeschlossen und jetzt kann es gerne auch mal wieder regnen 😉 der Saat würde es gut tun.

Und zum Abschluss noch ein schönes Foto, dass Bettina geschickt hat.
Veröffentlicht in: Acker

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