Auch der Mai war wieder durch anhaltende Trockenheit geprägt und unser Wasserbedarf steigt stetig. Bis Ende Mai sind über 60 Beete bepflanzt, die mit Wasser versorgt werden wollen. Einen Großteil der Bewässerung konnten wir dennoch mit dem Brunnen bewerkstelligen, der dank einer Erweiterung Solarpanels nun länger laufen kann.  Zusätzlich mussten wir die Bewässerung nun aber auch wieder mit Wasser vom Hydranten ergänzen.  

Neben wenig Niederschlag war der Mai von starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht gekennzeichnet. Das war vor allem ungünstig für den Spinat, der schnell in die Blühte gegangen ist. Dadurch konnten wir die Beete leider nur einmal beernten. Die ersten Ernten waren dafür recht üppig. 

Insgesamt haben sich die ersten Kulturen schnell und gut entwickelt und wir haben uns gefreut, lass die Ausgabe tatsächlich ohne Pause weitergehen konnte.  Das war zum Einen durch die Menge an Lagergemüse möglich, die ja noch für 100 Mitglieder geplant war. Zum Anderen lief das Frühjahr sehr gut. Wir konnten zeitig loslegen und hatten nur sehr wenig Ausfall.

Anfang Mai ist es Zeit für die Aussaat der Lagermöhren. Das ist immer eine gewisse Herausforderung und spannend. Der Anspruch ans Saatbett sowie zeitlich gut abgestimmte Beikrautregulierung ist dabei besonders hoch. Zudem sind wir zum Ziehen der Dämme auf Holger angewiesen, der leider erst spät Zeit hatte. Mit den vorhanden Mitteln und unserem eher schweren Boden sind die Dämme nach dem Ziehen noch sehr grob. Hier braucht es meistens noch mehrere händische Bearbeitungsgänge und die Dämme müssen sich etwas setzen, bis sie für die Aussaat bereit sind. 

 Ende Mai war es dann endlich so weit und wir konnten säen. Umso mehr haben wir uns über den reichlichen Regen kurz nach der Aussaat gefreut, der zwar die Dämme etwas verschlämmt aber unsere Saat schön feucht gehalten hat. Die Saat ist sehr gut aufgelaufen. Leider etwas zu gut und damit etwas dicht, so dass wir eine Runde Vereinzeln mussten. Inzwischen, Anfang Juli, stehen die Lagermöhren sehr schön da.  

Auch für die Sommerzwischenfrucht, die Holger auf den Zwischenfruchtblöcken gesät hat, ist der Regen zu einem guten Zeitpunkt gekommen. Leider ist sie trotzdem nicht ideal aufgelaufen und teilweise kommt das Beikraut zu stark durch. Holger wird früh Mulchen, damit nichts Aussamt und sich die Gründüngung hoffentlich noch besser durchsetzen kann. 

Nach den Eisheiligen dreht sich auf dem Acker alles ums Fruchtgemüse. Das heißt im Vorfeld den Tunnel vorbereiten (räumen, hacken, Mist ausbringen) und Tomaten, Gurken und Paprika pflanzen. Das zunehmende Wühlmausaufkommen hat uns einige Kürbis und Zucchinipflanzen gekostet, ansonsten lief alles nach Plan. Inzwischen stehen Kürbis, Zucchini, Tomaten und Gurken gut da. Die Paprika und Chili haben vermutlich die kalten Nächte im Mai nicht gut weggesteckt und sie sind in ihrer Entwicklung ein ganzes Stück verzögert. 

Zum hochbinden der Tomaten und Gurken verwenden wir dieses Jahr Tomatenhaken. Durch die Schnur auf den Hacken können wir die Tomatenpflanzen zur Seite ablegen, wenn sie die Höhe unseres Gestells erreicht haben und sie so länger weiterwachsen lassen. Die Tomatenpatinnen sind schon kräftig dabei auszugeizen und die Tomaten hochzubinden – vielen Dank!

Unterstützt wurden wir im Mai neben dem PEP-Team von einer Gruppe FÖJer, die unseren Acker besucht hat. Nach einer Einführung von Vroni, die den Besuch organisiert hat, haben wir den Teilnehmerinnen eine kleine Führung gegeben und anschließend zusammen einiges gepflanzt. Danke an die aktive Gruppe, es hat Spaß gemacht zusammen. 

Probleme bereitet hat uns im Mai besonders die Schwarze Bohnenlaus. Sie hat sich stark auf dem benachbarten Feld Ackerbohnen ausgebreitet und breitet sich auch bei uns in mehreren Kulturen aus. Begünstigt von der langen Trockenphase ist die Population rasant gewachsen. Besonders ausgeprägt war der Befall in den Dicken Bohnen. Hier war die Schadschwelle recht schnell überschritten und wir mussten zu Beginn mit Kaliseife gegensteuern. Nach einer Weile waren auch die Marienkäferlarven fleißig unterwegs. Dennoch war der Schaden recht groß, die Bohnenpflanzen geschwächt und die Ernte ist daher deutlich kleiner und unschöner ausgefallen, als es möglich gewesen wäre. Auch im Mangold und der Petersilie waren die Läuse ein Problem. Die Petersilie wurde zusätzlich stark von Mäusen unterwandert und hat schweren Schaden genommen.  

Der Kohlblock füllt sich allmählich. Ende Mai kam Weiß-, Rot- und Schwarzkohl in die Erde. Mitte Juni dann bereits Rosenkohl und die nächsten Brokkoli- und Blumenkohlsätze. Diese Woche kommen dann auch schon die ersten Grünkohljungpflanzen. 

Unser auf dem Acker vorgezogener Winterlauch hat sich schön entwickelt und wir konnten ihn schon in die Beete Umpflanzen. 

Vor den heißen Tagen im Juni haben wir ein Beschattungsnetz über unseren Folientunnel gezogen, um das Klima zu verbessern und Verbrennungen zu vermeiden. Das Netz haben wir im Tausch mit der Solawi GuterGrund bekommen, die ein Stückchen Layflatschlauch von uns brauchten, dass wir über hatten – wir freuen uns immer über die schönen kleinen Kooperationen zwischen den Solawis in der Region.

Ich hoffe ihr habt alle die heißen Tage im Juni gut weggesteckt. Auf einen schönen Juli mit leckeren Tomaten 🙂 

Bis bald auf dem Acker 

Thomas 

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