Ackerbericht September und Oktober 2021

Um welche gärtnerischen Themen ging es in den letzten zwei Monaten? Um ganz viel ernten, um einlagern und noch mehr ernten. Wir haben viele Mitmachtage an Wochenenden gemacht und richtig viel Unterstützung von euch Mitgliedern bekommen.
Nach der großen Kürbisernte, über die hier auf der webseite ja schon berichtet wurde, haben wir Möhren geerntet. Ein ganzes Wochenende lag und zwei Mitmach-Donnerstage haben wir gebraucht, um den Großteil der Möhren vom Feld in den Erdkeller zu verfrachten. Dieses Jahr ist ein gutes Möhrenjahr, die Möhren sind schön groß und, ich finde auch lecker, geworden. Einige sind von Mäusen angefressen und dieses Jahr zum Teil auch von Schnecken. Dieses Jahr ist mein erstes Jahr bei der Solawi (und ich arbeite seit fast drei Jahres hier) in dem es Schnecken auf dem Feld gibt. Noch sind sie aber kein großes Problem, sie fressen nur an der ein oder anderen Stelle ein wenig mit, aber es bleibt genug für uns (das gleiche gilt für den Mäusefraß).
Drei Dienstage in Folge haben wir zu dritt oder viert im Gärtner*innenteam Sellerie geerntet. Den haben wir dieses Jahr mit einem Spaten rausgestochen, danach wurde noch Wurzel, Erde (jedenfalls zum Teil) und Grün entfernt, bevor es für sie in den Erdkeller ging. Die Sellerie sind sehr unterschiedlich groß geworden, ohne, dass wir sagen könnten, woran das liegt…
Am letzten Oktobersamstag haben sich dann circa 10 Mitglieder an der Rote Beete und Rettich Ernte- und Einlageraktion beteiligt. Das ging richtig schnell mit so vielen Helfer*innen. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Jahr (im Gegensatz zum letzten Jahr) wieder Rote Beete einlagern können, weil sie, wenn auch etwas lückig, gut genug gekeimt und gewachsen ist. Der schwarze Rettich ist eine neue Kultur dieses Jahr und macht die Winterausgaben hoffentlich etwas abwechslungsreicher, er ist zwar ein wenig holziger als Radieschen, hält sich dafür aber gut im Lagerkeller.
Die Einlagerung hat uns Gerrit dieses Jahr sehr erleichtert, indem er über die Kellertreppe eine Holzplanke gebaut hat. Eine Art Rutsche für Gemüsekisten, die so ausgerichtet ist, dass man die Kisten unten im Keller bequem im Stehen entgegennehmen kann, wenn sie oben von einer anderen Person losgeschickt werden.

Möhren im Keller
die neue Rutsche

Ziemlich passend zu den praktischen Themen auf dem Feld war im Oktober mein einwöchiges Ausbildungsseminar zum Thema Ernte, Lagerung und Kompostierung. Ich habe auf jeden Fall einige Erkenntnisse über ideale Lagerbedingungen mitgenommen. Interessant fand ich zum Beispiel, dass Kürbis (ein sehr wärmeliebendes Gewächs) Temperaturen unter 6°C nicht gut abkann. Wenn die Früchte kälteren Temperaturen ausgesetzt sind, bekommen sie ggf Kälteschäden, die zu geringerer Lagerfähigkeit führen. Das heißt also, sie sind nicht direkt erfroren, aber es tut ihnen viel besser wenn sie bei 10°C bis 15°C sowohl geerntet als auch gelagert werden. Da könne wir in Zukunft vielleicht noch etwas besser drauf Acht geben, vor allem in den 3-4 Wochen, in denen der Hänger mit geernteten Kürbissen zur Abholung im Hof steht könnten wir die Kürbisse in kalten Nächten z.B. abdecken. Wichtig ist auch sie zu trocknen. Bei passendem Wetter (trocken und windig) gerne auch nach dem abschneiden auf dem Feld.
Möhren hingegen lagern sich maximal lang bei 1°C, was geringer ist als ich vermutet hatte. Unser Erdkeller ist aktuell bei knapp unter 10 °C und könnte also etwas kälter sein. Allerdings haben die Möhren sich in den letzten Jahren dort auch immer gut gehalten. Wir haben im Erdkeller auf dem Hof aber auch eine ziemlich ideale Luftfeuchte von 95%.

Frühstückspause am Freitag
kleiner Kopfsalatbewohner

herbstliche Grüße! Vera

Veröffentlicht in: Acker

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