10 Jahre Solawi, Ökomodellregion und Eröffnung der Biowoche 2026
Am 22. August feierten wir unser zehnjähriges Bestehen. Pünktlich zu Beginn des Festes um 16 Uhr, riss der Himmel auf und Vroni Bleymehl begrüßte bei bestem Wetter zahlreiche Mitglieder, Freundinnen und Freunde sowie langjährige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter auf dem Acker.
Für den musikalischen Auftakt sorgte der Dorheimer Musikcorps. Anschließend blickte man gemeinsam auf ein Jahrzehnt Solawi zurück. Zu den Ehrengästen gehörten Landwirtschaftsdezernentin Frau Birgit Weckler, unser Mitglied Christian Sperling für die Ökomodellregion Wetterau, Dr. Vera Zimmermann vom Netzwerk Solidarische Landwirtschaft, sowie der Friedberger Stadtverordnetenvorsteher Bernd Wagner und der Ortsvorsteher von Dorheim, Axel Pabst.
Nicht zu vergessen die Rolle wichtiger Akteure, wie Holger Pabst als Landwirt und Verpächter des Ackers, unsere Gärtner Christopher Schunk und Thomas Wolfheimer, sowie Gerrit Jansen unseren langjährigen Berater.


Seit ihrer Gründung hat sich die Solawi stetig weiterentwickelt. Aus den ersten gemeinsamen Erfahrungen ist eine gut organisierte und professionell arbeitende Gemeinschaft entstanden, die heute rund 80- 100 Mitglieder und ihre Familien mit regionalem und saisonalem Gemüse versorgt.
Bevor sie die Biowoche 2026 eröffnete betonte Birgit Weckler die Vorbildfunktion regionalen Gemüseanbaus für die gesamte Landwirtschaft. Das genossenschaftliche Modell der Solawis zeige, wie solidarisches Wirtschaften funktionieren könne und biete den Landwirten gleichzeitig Abnahmesicherheit. Das erweise sich in einem Sommer wie diesem und in der aktuellen Weltlage ganz besonders.
Vera Zimmermann gratulierte im Namen des Netzwerks Solidarische Landwirtschaft und erinnerte an einen Vortrag ihrer Kollegin Simone Ott, die damit vor 10 Jahren den initialen Impuls zu Gründung der Solawi Friedberg-Dorheim gab. Eine der ersten im Wetteraukreis und von inzwischen über 500 bundesweit. Sie bezeichnete Solawis als Keimzelle eines veränderten landwirtschaftlichen Anbaus und Marktes. Ihr Fazit: „Solawi ist politisch, genauso wie Essen selbst immer auch politisch ist“
Christian Sperling blickte auf 10 Jahre Ökomodellregion Wetteraukreis zurück und seine persönlichen Erfahrungen als Solawi-Mitglied: „ … mit der Mitgliedschaft in dieser Gemeinschaft kommt nicht nur mehr leckeres Gemüse auf den eigenen Teller, man beginnt auch wieder mehr miteinander zu kochen, die eigene Ernährung und somit ein wesentlicher Teil des Lebens ändern sich.“
Abschließend vervollständigte unser Vorstand und Gründungsmitglied Dieter Fitsch die Liste der Redner: „ …wir haben Höhen und Tiefen durchmessen, Struktur gewonnen, uns professionalisiert – wir sind gewachsen durch Mundpropaganda und ganz praktischen Erfahrungen. Die Solidarische Landwirtschaft ist das Gebot der Stunde und nur der ökologische Landbau und seine Unterstützer könne mithelfen, den Klimawandel zu bewältigen.“


Nach dem offiziellen Teil war dann Zeit für Gespräche bei einer Tasse Kaffee und Kuchen, während der Grill von Vater und Sohn Breidenbach schon mal angeworfen wurde.
Parallel konnten unsere kleinen Gäste am liebevoll gestalteten Kindertisch Steine bemalen, in Dunkelkisten deponiertes Gemüse erfühlen und selbst geerntete Petersilie in Töpfchen setzen. Chris und Thomas führten eine große Gruppe interessierter Gäste über den Acker und freuten sich über das rege Interesse an ihrer Arbeit.



An der Grillstation ging es derweil hoch her, das kurz vorher frisch geerntete Gemüse wurde gewaschen und geschnitten und landete mit allem, was unsere Schnippeltruppe freitags schon stundenlang vorbereitet hatten, in der Gemüsepfanne. In einer zweiten Pfanne gab es Rosmarinkartoffeln (Drillinge vom Pappelhof) und auf dem Grill lagen Lammwürstchen und Halloumi der Klein-Eichener Käse Solawi.
Kurz nach 5 war alles fertig.



Schnell war die lange Tafel besetzt und man ließ es sich schmecken. Ein Kompliment an die Breidenbachs, das Grillgemüse schmeckte ausgezeichnet.


Die abendliche Stimmung untermalte Jürgen Wolfheimer gekonnt mit seiner Quetschkommode, die Kinder hatten den abgeernteten Zwiebelacker inzwischen als Spielplatz okkupiert und einige von uns fanden Entspannung bei Christines Acker-QI-Gong.


So ging dann gegen halb neun – als es mit dem sich anbahnenden Sonnenuntergang frisch wurde, unser schönes Fest zu Ende.
Wir danken allen, die da waren und uns mit Rat, Tat und Sponsoring geholfen haben dieses Fest auf die Beine zu stellen. Besonderen Dank geht an
- den Wetteraukreis für die organisatorische Unterstützung und das Sponsoring der Getränke und der Backwaren,
- Jens Jäger für die Kaffeespende und
- dem Dorheimer Musikcorps für den gelungenen Auftakt
Last but not least danken wir unseren zahlreichen Helfern, die zum Teil viele Stunden in die Vorbereitung des Festes gesteckt haben.
Der Vorstand
Zum Weiterlesen:
- Artikel in der WZ
WZ-Artikel: Solidarische Landwirtschaft versorgt 100 Mtg mit Gemüse, 10jähriges Bestehen

- Folien von Eva Zimmermann
2026-08-22_Präsentation Vera Zimmermann

