Solidarische Landwirtschaft

in der Wetterau

WER WIR SIND …

Wir sind rund 40 Wetterauer Familien und ein Landwirt, die gemeinsam für eine regionale und saisonale Versorgung mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln arbeiten. Holger Pabst aus Dorheim führt einen ökologisch wirtschaftenden Betrieb mit Ackerbau, Pensionspferdehaltung und Gemüseanbau. Mitte 2016 kam noch die Hühnerhaltung mit zwei Hühnermobilen hinzu. Er wirtschaftet nach den Richtlinien des Naturland-Verbandes.

WAS WIR WOLLEN …

Wir sind Familien aus Friedberg und Umgebung, die bereit sind, mehr zu investieren als nur Geld für gute Lebensmittel. Wir wollen eine Landwirtschaft, die Artenvielfalt, Arbeitsplätze vor Ort und regionale Kreisläufe erhält. Außerdem wünschen wir uns einen stärkeren Kontakt zwischen Bürger und Bauer. Wir unterstützen daher direkt den Landwirt, der in der Zusammenarbeit mit uns neue Wege geht. Neben der Versorgung mit gesunden, regionalen Lebensmitteln wünschen wir uns eine Gemeinschaft, die Spaß an der Erzeugung und Verarbeitung von ökologischen, regionalen Produkten hat. Die Landwirte stehen zu ihrer Arbeit für Menschen und Betriebe vor Ort und wünschen sich, die starke Macht von überregionalen Märkten, Großhändlern und Lebensmitteleinzelhandel zu begrenzen.

WIE ES FUNKTIONIERT …

Das Angebot besteht im Jahr 2018/2019 aus rund 50 Kulturen, die für die Anteilseigner auf einer festgelegten Fläche angebaut und geerntet wurden. Die Anteilseigner können bei Ernte- und Pflegeaktionen helfen. Für Bewirtschaftung und Ernte in 2018 werden monatlich 60,- € pro Anteil fällig. Die Ernte wird jeden Freitag in Dorheim verteilt. Wer sich die Beiträge in voller Höhe nicht leisten kann, kann durch Sozialbeiträge der Anderen unterstützt werden. Regelmäßige Treffen, Aktionen und ein Rundbrief informieren über den aktuellen Stand der Solawi und auf dem Acker.

WIE MAN MITMACHT …

Bei Interesse bitte melden bei:

E-Mail: solawi-friedberg@gmx.de

oder

Gottfried Krutzki, Tel.: 06031-6870295

Was bedeutet solidarische Landwirtschaft? …

Die ganze Landwirtschaft – nicht das einzelne Lebensmittel – wird finanziert.

Konkret handelt es sich dabei um einen Zusammenschluss von landwirtschaftlichen Betrieben oder Gärtnereien mit einer Gruppe privater Haushalte. Landwirte und Mitlandwirte (die übrigen Mitglieder der Gruppe) bilden eine Wirtschaftsgemeinschaft, welche auf die Bedürfnisse der Menschen abgestimmt ist und die natürliche Mitwelt berücksichtigt.

Auf Grundlage der geschätzten Jahreskosten der landwirtschaftlichen Erzeugung verpflichtet sich diese Gruppe, jährlich im Voraus einen festgesetzten (meist monatlichen) Betrag an den Hof zu zahlen. Hierdurch wird dem Landwirt ermöglicht, sich unabhängig von Marktzwängen einer guten landwirtschaftlichen Praxis zu widmen, den Boden fruchtbar zu erhalten und bedürfnisorientiert zu wirtschaften.

Die Abnehmenden erhalten im Gegenzug die gesamte Ernte sowie weiterverarbeitete Erzeugnisse wie Brot, Käse etc. – sofern der Solidarhof diese herstellt. Der persönliche Bezug macht die gegenseitige Verantwortung bewusst. Die Mitglieder erleben, wie ihre Ernährungsentscheidung die Kulturlandschaft gestaltet, soziales Miteinander, Naturschutz und (Arten-)Vielfalt ermöglicht und so eine zukunftsfähige Landwirtschaft stattfinden kann.

Wesentlich ist also, dass eine Gruppe die Abnahme der Erzeugnisse garantiert und die Ernte bzw. alles, was notwendig ist, um diese zu erzeugen, vorfinanziert. Alle teilen sich die damit verbundene Verantwortung, das Risiko, die Kosten und die Ernte.

In einer Solidarischen Landwirtschaft können alle Beteiligten von dieser Beziehung profitieren:

Die Mitglieder …

– erhalten gute Qualität: frische, vielfältige, saisonale und regionale Nahrungsmittel

– gewinnen Transparenz: sie wissen, wo und wie die Nahrungsmittel angebaut werden, wer sie anbaut und zu welchen Kosten dies geschieht

– fördern regionale Nachhaltigkeit: Aufbau ökonomischer Strukturen, durch die eine lebendige lokale Landwirtschaft gestärkt wird

– bekommen Zugang zu Erfahrungsräumen und Bildung: die Möglichkeit, sich Wissen über den Anbau und die Herstellung von Lebensmitteln und über die Pflege der Erde zu erwerben

Die Landwirte …

– erhalten Planungssicherheit und die Möglichkeit der Unterstützung durch eine Gemeinschaft.

– teilen das Risiko, das die landwirtschaftliche Produktion mit sich bringt (z.B. schlechte Ernte auf Grund von Witterungsbedingungen).

– erhalten ein gesichertes Einkommen und somit die Möglichkeit, sich einer gesunden Form der Landwirtschaft zu widmen.

– erhalten einen größeren Gestaltungsspielraum für ihre Arbeit: z.B. die Anwendung von einer guten landwirtschaftlichen Praxis, die unter marktwirtschaftlichen Sachzwängen nicht immer möglich ist; experimentelle Anbauformen, Förderung der Bodenfruchtbarkeit, Tiergerechtere Haltung, Anbau samenfester Sorten.

– gewinnen mehr Freude an der Arbeit, da sie wissen, für wen sie die Lebensmittel anbauen.

– erleben mehr Mitbestimmungsmöglichkeit ihres Arbeitsalltags: Arbeitsstrukturen, die mehr Freizeit, Urlaub ermöglichen, als sonst in dieser Branche üblich ist.

Der Hof …

– ist geschützt vor Veränderungen des Marktes.

– kann Produkte verwerten, die normalerweise auf Grund von Marktnormen im Müll landen würden. Durch Solawi wird bei den Mitgliedern ein entsprechendes Bewusstsein geschaffen und somit werden weitaus weniger Lebensmittel weggeworfen.

– kann eine größere Vielfalt (z.B. seltene Gemüsesorten, bedrohte Haustierrassen) anbieten.

Die Region …

– kann durch die Vielfalt in der Landwirtschaft ein Ort mit höherer Lebensqualität werden.

– weitere Projekte können durch das Zusammentreffen der vielfältigen Fähigkeiten der Mitglieder entstehen (z.B. Tauschringe, Nachbarschaftscafés, Einmachtreffen usw….).

– erfährt einen ökonomischen Impuls, da die Wertschöpfung zunehmend in der Region bleibt.

Quelle: http://www.solidarische-landwirtschaft.org/de/was-ist-solawi/die-idee/