Ackerbericht Juli/August 2022

Liebe Solawis, mindestens genauso lange, wie der letzte große Regen auf dem Feld her ist, gab es auch keinen Ackerbericht mehr! Heute kamen tatsächlich mehrere Liter auf einmal runter und anstatt aufs Feld zu gehen, setzte ich mich jetzt mal an den Bericht für Juli und August.

Wir haben zwei Monate hinter uns, in den wir mit mehreren neuen Aufgaben konfrontiert waren. Anders als in anderen Jahren ging es dabei weniger um die Pflanzungs- und Pflegearbeiten, sondern viel mehr um den Umgang mit den Konsequenzen die uns dieser heiße und trockene Sommer gebracht hat:

Möhrenernte um 5 Uhr morgens. Ab 11 Uhr war es oft schon zu heiß zum arbeiten auf dem Feld

Alles geht direkt schneller! Fast alle Pflanzen gehen durch die anhaltende Hitze in einem beschleunigten Wachstumszustand über. Manche weniger als andere aber sowohl bei den Kulturpflanzen als auch bei der Beikräutern ist das sehr auffällig.

Weiß- und Rotkohl mit eher hohem und luftigen, anstatt dichtem und breitem Wuchs

Teilweise war das anfangs noch Von Vorteil, da wir früh in der Saison anfangen konnten zu ernten, allerdings bringt es das Konzept teilweise auch durcheinander, weil die Erntezeitpunkte sich so verschieben, dass wir zB. Salat in einer Zeit zu viele haben, und später dafür keine. Dem ist in der Saison nur schwer entgegenzuwirken.

Schnell kann es auch gehen, dass Pflanzen vertrocknen. Das gilt natürlich besonders für die Jungen. Wir haben zu dieser Jahreszeit über 80 Beete mit Kulturen belegt, die natürlich alle regelmäßig bewässert werden müssen. Neupflanzungen brauchen bei hohen Temperaturen etwa alle zwei Tage die Bewässerung.

Für uns als Gärtner wurde deswegen in dieser „Trockenzeit“ eine der Hauptaufgaben die Koordination und Instandhaltung der Bewässerung und alle möglichen Probleme die dabei entstehen.

Die Situation, dass wir nach wie vor nicht für jedes Beet ausreichend Schläuche haben und in einem Jahr wie diesen und zusätzlich auch Bewässerungsbedarf in Kulturen wie Möhren und Zwiebeln hatten, bedeutet, dass wir die Schläuche recht häufig umlegen müssen. Das ist an sich nicht schlimm, braucht aber natürlich die entsprechende Arbeitszeit.

Was uns in den letzten Wochen allerdings mittel- bis große Sorgen macht, sind die Schäden die in diesem Sommer am Bewässerungssystem entstanden sind. Die Nagetiere mit denen wir uns unseren Acker teilen, sind in diesem Jahr nicht nur ein Ärgernis, insofern sie sich an der Ernte unserer Gemüse beteiligen, sondern auch sie leiden unter der langen Dürre und suchen nach Wasser! Schon in anderen Sommern hatten wir hier und da zerbissene Schläuche. Es hat sich aber bisher immer gelohnt die Löcher mit Flickband oder einer Extrakupplung zu versorgen und der Schaden blieb im sozusagen „wirtschaftlichen Rahmen“. In diesem Jahr treten die Bisslöcher aber in einem derartigen Ausmaß und einer Häufigkeit auf, dass wir ausnahmslos an jedem Bewässerungstag mit Reparaturen beschäftigt waren. Nicht selten gehen dabei mehrere Arbeitsstunden an einem Tag drauf! Innerhalb mehrere Wochen haben wir zehn Rollen Flickband und über 200 Schlauchkupplungen verbraucht. Das entspricht etwa dem Zehnfachen wie im letzten Jahr.

Löcher durch Bisse in den Tröpfchenschläuchen

Falls diese Maßnahmen jedoch nicht helfen sollte, befürchten wir eine ernstzunehmende Herausforderung um die Wirtschaftlichkeit der Bewässerungsanlage weiterhin aufrecht zu erhalten, denn die täglich neu entstehenden Löcher belasten den ohnehin schon hohen Wasserverbrauch in diesem Jahr zusätzlich, da jedes Loch erst dadurch gefunden wird wenn das Wasser verloren geht.

Weitere Wasserverluste treten immer wieder auf da die Zuleitung immer wieder neue Löcher bekommt, wobei die Ursache hier unklar ist. Feststeht, auch dieser Teil der Bewässerung bereitet immer häufiger Kopfschmerzen da er oft repariert und kontrolliert werden muss. Auch diese Saison mussten wieder mehrerer Feuerwehrschläuche auf dieser Strecke komplett ersetzt werden, was auch daran liegt, dass man sie nicht flicken kann!

Da wir schon in den letzten Jahren immer wieder mit Wasserverlusten zutun hatten, welche in der Schlauchleitung vom Hydranten zu unserem Feld entstanden sind, hat sich bei der letzten Mitgliederversammlung die Brunnen-Ag gegründet, die momentan zusammenträgt, welche Möglichkeiten wir als SOLAWI haben einen eigenen Brunnen bohren und was es dafür braucht.

Auch wenn eine Bohrung immer das Risiko birgt kein Wasser zu finden, wären die Unabhängigkeit vom Wassernetz der Stadtwerke und die Reduzierung der Wasserverluste doch ein gehöriger Gewinn! Wir sind gespannt und werden Euch auf dem Laufenden halten!

Um jetzt mal ein Ende zu der ganzen Wasserthematik zu finden hier noch ein paar hoffnungsvolle Neuigkeiten zu dem Thema Mäuse: Die im letzten Jahr aufgestellten Greifvogelstangen werden gerne angenommen! Bei gutem Wetter haben wir täglich mehrere Turmfalken, Bussarde und Milane die, zwar nicht immer mit Erfolg, aber immer wieder gerne auf die Feldmaus niederrasen. Besonders gefreut haben wir uns jedoch als wir das erste mal in diesem Sommer ein Mauswiesel auf dem Acker gesehen haben.

Ein Mauswiesel ist ein kleines Raubtier aus der Marderfamilie, dass nur ca 20 cm groß ist und in die Gänge der Feldmäuse passt. Wir haben es jetzt schon mehrfach angetroffen und stets war es drauf und dran der nächsten kleinen Maus den Hals umzudrehen! Wir sind entzückt und wollen in den kommenden Wochen, am liebsten im Rahmen einer Mauswiesel-Ag, dem lieben Wiesel ein Haus bauen. Wer daran interessiert ist kann sich gerne bei uns melden.

Unser neuer Freund und Helfer

Ein weiteres Projekt, dass wir im Herbst oder Winter angehen müssen ist die Verstärkung unseres Wildzauns gegen Feldhasen. Zwar wurde dieser extra vor zwei Jahren erneuert um die Hasen fernzuhalten. Diese haben wir aber diesen Sommer wieder mehrfach dabei beobachtet wie sie im Kopfsprung über den engmaschigen Abschnitt des Zauns durch eine große Masche hindurchfliegen. Erstmal im eingezäunten Bereich sind sie natürlich sicher vor Räubern, können sich in aller Ruhe über unseren Salat hermachen und sich vermehren wie die Karnickel.

Die mittlerweile fast zahmen Jungen über den Sommer bei uns im Gehege aufwachsen zu sehen ist zwar schön, aber auf Dauer kein Zustand. Der Engmaschige Bereich muss also irgendwie erhöht werden. Falls jemand Ideen hat wie man das machen könnte, bitte melde Dich!

Hasenfraß
im Salat

Hier noch zwei Bilder zur Erntebeteiligung der Feldmaus.

1/4 eines Selleriebeetes haben die Mäuse schon vertilgt
In der Roten Bete sieht es dieses Jahr besonders Schlimm aus =(

Was noch so passiert ist im Schnelldurchlauf: Die Bohnenernte ist abgeschlossen, vielen Dank an dieser Stelle wieder an alle fleißigen Pflückerinnen die zwei mal die Woche zum ernten gekommen sind! Die Zwiebelernte ist beendet! Auch wenn die Zwiebeln in diesem Jahr etwas kleiner sind, sind wir mit der Ernte sehr zufrieden.

Alle Winterkulturen sind gepflanzt! Fast alle Pflanzungen sind nun abgeschlossen. In zwei Wochen bekommen wir noch eine Lieferung Salat, ab dann kommen nur noch die Herbstsaaten in den Boden. Für uns heißt das auch einen spürbaren Rückgang der Arbeit und die Aussicht auf Urlaub. Die Kürbisse sind abgereift und warten darauf vom Feld geholt zu werden. Nächsten Donnerstag planen wir ab 16 Uhr dafür eine Aktion bei der wir viele Hände gebrauchen können.

Apropos Hilfe, in den Wintermonaten Januar und Februar werden Thomas und ich unseren Urlaub nehmen. In dieser Zeit wäre es toll wenn sich einmal wöchentlich wieder Mitglieder finden würden um abwechselnd Lauch, Rosenkohl, Grünkohl und Wirsing für die Ausgabe zu ernten. Unsere PEP-Team-Kollegen und Holger sind mit diesem Ablauf schon vertraut und können alle Neulinge mitnehmen! Thomas und ich haben probehalber mal ein Dudl erstellt wo sich alle Erntehelferinnen an dem Tag oder idealerweise den Tagen eintragen können an denen sie zum Helfen vorbeikommen können.

Hier ist der Link dazu:

https://dud-poll.inf.tu-dresden.de/JkCS9JxjMQ/?fbclid=IwAR1izWn-tyTOjk3h5kETyo1uSet8MoiH0tVBuF9xToK0XJcxkX_JvpFqP2Y

Noch ein kleiner Reminder, am 21.09. findet das nächste Plenum statt, wir treffen uns dafür um 18:00 Uhr auf dem Acker. Bringt Eure Fragen und Anregungen mit! Wir freuen uns auf Euch!

Schöne Grüße,

Chris

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Abholstelle Friedberg - Dorheim und Solawi - Acker

auf dem Naturland Hof von Holger Pabst

Adresse Dorheimer Bergwerk 1 61169 Friedberg-Dorheim Karte des Ackers und der Abholstelle : (CC  BY-SA Openstreetmap Foundation )

Abholzeit: Freitags von 15:00 bis 19:00 Uhr Samstags von 9:00 bis 12:00 Uhr

Abholstelle Bad Nauheim

(nur nach vorheriger Anmeldung !) bei Ivo - Hotel K7

Adresse: Stresemann Str. 1-3 61231 Bad Nauheim

Abholzeit: Freitags von 16:00 bis Sontags 14:00 Uhr

Abholstelle Friedberg - Kernstadt

(nur nach vorheriger Anmeldung !) bei Alexia und Christoph im Hof des Architekturbüro Anders!

Adresse: Große Klostergasse 10 61169 Friedberg

Abholzeit: Freitags von 15:00 - 18:00 Uhr

Über diese Website

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