Ackerbericht Mai

Hallo liebe Solawistas,

der Monat Mai hatte viele Überaschungen in sich und es fällt mir fast ein bischen schwer mich an alles zu erinnern was so alles passiert ist. Ich kann seit Anfang des Monats zum Glück wieder richtig mitarbeiten und bin sehr froh darüber dass meine Schulter wieder voll belastbar ist und soweit keine Probleme mehr bereitet. Besonders froh bin ich auch darüber dass mein Ausfall gut von den anderen Gärtnern getragen werden konnte, besonders Vera verdient an dieser Stelle ein großes Lob! Sie hat im März und April schon einen wirklich großen Teil der Bestellung auf dem Feld vorgenommen und damit die gesamte Saison in die Wege geleitet!

Dadurch dass sich das kalte und nasse Frühjar in die Länge zog ist im Mai deutlich geworden wie sich das allerdings auf den Gemüseanbau auswirkt. Wenig Licht, kalter Boden und viel Feuchtigkeit haben das Wachstum von den meisten frühen Kulturen ausgebremst wodurch sich die Saison nach hinten verschoben hat. Mittlerweile ist endlich warm, was sich natürlich auch bei der Arbeit bemerkbar macht wenngleich die Regenjacke immer noch eine treue Begleitung bleibt. Gerade Anfang Mai waren wir immer wieder erstaunt über das aufregende abwechslungsreiche Wetter.

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Ackerbericht Frühjar

Hallo liebe Solawis,

in den vergangen Monaten ist, wenn zwar gefühlt noch wenig, doch einiges passiert, und ein Ackerbericht ist mal wieder fällig!

Nach dem letzten Schnee Anfang Februar hat es nicht lange gedauert bis die Flüsse vom Tauwasser angestiegen sind und der Regen sie dann zum überlaufen gebracht hat.

Das Feld ist von keinem Hochwasser betroffen, auf dem Pabsthof hat sich allerdings das Wasser in allen Senken gestaut. In unserem Erdkeller hat es von der Decke getropft und durch die Wände ist das Grundwasser eingetreten. Ruck zuck stand dann der ganze Raum knapp 20cm unter Wasser. Zum Glück haben unsere Lagerkisten Füße und der Kellerboden ist etwas schräg. So sind nur die Kisten auf der rechten Seite des Kellers geflutet worden, und die waren schon leer. Karotten, Sellerie und Weisskohl sind trocken geblieben.

Auch wenn uns das Wasser im Keller kurz erschrecken konnte, hat er dem anschließend gekommenen starken Frost gut standgehalten. Obwohl es draußen eisige -12 Grad hatte lagen die Tiefstwerte im Keller bei +2 Grad! Anders sah das leider im Kartoffellager aus. Holger hatte vorbereitend alle Kartoffeln mit Planen und Stroh abgedeckt aber trotzdem ist der Frost durch die Ritzen gewandert und hat die Oberfläche der Kartoffelberge tiefgekühlt. Bei der Abholung am Hof sind die Gemüse teilweise in den Kisten angefroren! Von großen Frostschäden sind wir aber verschont worden und es war erstaunlich zu sehen wie gut die Kulturen auf dem Feld die Eiswinde ausgehalten haben. Der Grünkohl und die Zwischenfrucht sieht zwar schon ein bischen schlapp aus, aber der Rosenkohl steht da wie zuvor. Mit einem Verfrühungsfließ haben wir auch den gesäten Spinat, ein Mangoldbeet, Feldsalat und die ersten Zwiebeln abgedeckt. Auf dem Fließ hatte sich eine Schneedecke gebildet und unten drunter sind die Pflänzchen geschützt gewesen und können jetzt wieder aus der abtauenden Erde Wasser ziehen und Sonne tanken. Mittlerweile sind auch alle erfrorenen Kartoffeln abgesammelt und es ist noch genug da!

Zur Vorbereitung der neuen Saison gehört auch die Erweiterung unserer Geräte und Bewässerungstechnik. Heute waren Vera und ich dafür bei Wurzelwasser, einem Geschäft in Münzenberg, dass Bewässerungssysteme für Gärtnerein vertreibt und haben Teile besorgt um das Bewässern in der nächsten Saison einfacher zu gestalten und in Zukunft weniger Zeit damit zu verbringen Schläuche umzulegen und den Druck zu regulieren. Dafür haben wir einen Druckminderer gekauft der den Wasserdruck aus dem Hydranten von ca 8 Bar auf 1,1 Bar reduziert. Jetzt können wir sicher sein, dass die Bewässerungsschläuche immer ausreichend gefüllt sind und gleichzeitig nicht zu platzen drohen. Außerdem haben wir neben weiteren Tröpfchenschläuchen und Hänen, noch mehrere Muffen, Verbindungsstücke und ein PE Rohr gekauft um das Wasser auf dem Acker unterirdisch unter dem Weg verlegen zu können, sodass auch wenn bewässert wird mit dem Traktor aufs Feld gefahren werden kann.

Die wichtigsten Schritte der Vorbereitung sind erledigt: Aussaat und Pflanzplan wurden erneuert. Die Fruchtfolge wurde überarbeitet, das Saatgut ist angekommen, die Jungpflanzen sind bestellt und die Hacken sind wieder scharf 😉

Da ich leider eine Verletzung an der Schulter habe, muss ich jetzt im Saisonstart leider einige Wochen ausfallen. Es wäre super wenn Vera in der nächsten Zeit ein paar freiwillige Helfer bekommt! Welche Gelegenheiten es dazu geben wird kündigen Vera oder ich dann wie immer per Mail an! Danke an der Stelle für alle die immer wieder auf dem Acker mit anpacken !

Kleine Ergänzung zur neuen Fruchtfolge

Da in der Mitgliederversammlung zu wenig Zeit war um genauer darauf einzugehen wie unsere Fruchtfolge in Zukunft funktionieren soll habe ich hier noch einmal genauer beschrieben worum es geht und was sich ab jetzt ändert. Dieses Jahr werden sich auch die bisherige Aufteilung und die Belegung der Beete ändern. Grundlage dafür ist eine feste Fruchtfolge.

Was ist eine Fruchtfolge und warum ist sie wichtig?

Eine Fruchtfolge ist eine feste Abfolge verschiedener Pflanzen auf einer Fläche. Dabei ist zu beachten das diese Abfolge einerseits den Ansprüchen der Kulturen selbst und andererseits den des Bodens entsprechen sollte. Eine Kultur in der Fruchtfolge bezeichnet man auch als Glied. In der Regel kann man sagen je abwechslungsreicher die Fruchtfolgeglieder sind, desto nachhaltiger ist das System, jedoch kommt es dabei natürlich besonders auf die Intensität und die Reihenfolge der Bewirtschaftung an. Wir haben uns für den Solwi Acker für eine 6 – gliedrige Fruchtfolge in Blöcken entschieden. Das heisst, dass auf einem Beet nur alle 6 Jahre die gleiche Kultur steht. (Ausnahme sind in diesem Fall die Kleegrasleguminosen welche aber ohnehin als Gesundungsfrucht dienen).

Durch eine gesunde Fruchtfolge stehen den Kulturen immer ausreichend Nährstoffe zur Verfügung. Zusätzlich wird, durch die lange Anbaupause, vielen Schädlingen und Pflanzenkrankheiten wie zB der Schwarzbeinigkeit oder der gefürchteten Kohlhernie vorgebeugt, dessen parasitären Erreger mehrere Jahre im Boden überdauern können. Mit der Gestaltung der Fruchtfolg wird auch die Regulierung des Nährstoffhaushalts im Boden beeinflusst. Das Ziel ist es dabei die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, und im Besten Falle zu erhöhen.

Auf unserem Feld soll das folgender Maßen funktionieren: Das Feld der Solawi ist in 6 Blöcke unterteilt. In jedem Block werden Kulturen von nur etwa zwei verträglichen Pflanzenfamilien mit sehr ähnlichen Ansprüchen angebaut.

Durch die eine Rotation der Blöcke gegen den Uhrzeigersinn, entsteht so ein Wechsel zwischen Schwach-, Mittel- und Starkzehrern und einer anschließenden zweijährigen Gründüngungen in Form von Kleegras. Das heist auf den Block wo vorher alle Kürbis und Nachtschattengewächse waren kommen im Folgejahr die Gänsefußgewächse und dort wo die Gänsefußgewächse standen kommt im nächsten Jahr Kleegras usw. Zwischen den Blöcken ist Platz für Blühsteifen. Um den Nährstoffgehalt im Boden aufrecht zu erhalten, wird jedes Beet pro ganzer Rotation zwei Jahre lang hintereinander mit Kleegras bestellt. Dadurch kann sich zB wieder viel Stickstoff im Boden ansammeln, welcher vorher duch starkzehrende Kulturen wie Mais oder Kohl dem Boden entzogen wurde. Der Boden kann sich so regeneriern und von der intensiven produktiven Phase erholen. Außerdem wird auch der Unkrautdruck minimiert, da Kleegras zweikeimblättrige Pflanzenarten unterdrückt und das Samenpotential im Boden ausdünnt. Da diese Fruchtfolge trotzdem alleine nicht ausreicht um eine perfektes Nährstoffgleichgewicht zu halten und den Humus auf lange Sicht zu vermehren, werden die entsprechenden Beete vor der Bepflanzung mit starkzehrenden Kulturen, zusätzlich mit Hühner – und Pferdemist von Pabsthof gedüngt. Als Ergänzung zur Fruchtfolge werden auf den meisten Beeten im Winter und auf Beeten welche entweder nur mit späten oder nur mit frühen Kulturen belegt werden Zwischenfrüchte eingesäht. Das sind in der Regel sehr Vielfältige Saatgutgemenge welche vielen Insekten Lebensraum bieten und sich besonders durch Leguminosenanteile auch positiv auf die Bodenfruchtbarkeit auswirken.

Wir sind gespannt wie das neue Feld im Sommer 🙂

Liebe Grüße

Chris