Ackerbericht November/Dezember 2023

Liebe Solawis,

der letzte Ackerbericht war noch im Herbst. Nun ist Dezember und der Winter ist gekommen. Alles was jetzt noch auf dem Feld steht ist zum Glück frosthart, der Rest liegt im Lagerkeller.

Die Ernte des Lagergemüses hat sich wetterbedingt noch in die Länge gezogen, was sich besonders bei den Kartoffeln bemerkbar gemacht hat. Der Kartoffelacker war für dieses Jahr recht großzügig angelegt mit insgesamt 22 Reihen mit einer Länge von ca. 120 Metern. Wie schon im Sommer erwähnt, hatten die Pflanzen über den Sommer einen schönen Aufwuchs gemacht und auch die Unkrautregulierung und die Schädlingsbekämpfung waren erfolgreich.
Trotzdem lies der Ertrag noch deutlich zu wünschen übrig der ausbleibende Regen in den Sommermonaten hat dazu geführt, dass viele Pflanzen nur ein oder zwei Knollen bilden konnten. Im September hat sich das Dauerhoch zu einem Dauertief verändert und die Pflanzen haben versucht noch eine zweite Generation Knollen zu produzieren, diese Chance wollten wir ihnen geben. Diese Knollen sind auch groß geworden, hatten aber im November noch keine feste Schale, so dass es nicht möglich war, die Ernte mit Holgers Kartoffelroder ein zu fahren weil sonst die Lagerfähigkeit der Kartoffeln zu sehr verringert würde. 

Die gesamte Ernte der Kartoffeln mit der Kartoffelschleuder und per Handlese zu erledigen war mühsam und zeitintensiv. Besonders weil der Boden ab Oktober durch die sehr regelmäßigen Regenschauer nicht mehr abtrocknen konnte und sowohl die Maschine, dann unsere Hände als auch die Kartoffel selbst immer verschmiert mit Erde waren. Diese hohe Bodenfeuchtigkeit war uns bis zuletzt eine anhaltende Hürde, wobei man andererseits natürlich auch dankbar sein kann dass es nach der langen Trockenperiode endlich Regen gab. 

Aus dem gleichen Grund sind auch die Möhren in diesem Jahr besonders erdig.  Und wer sich gefragt hat, warum wir das Gemüse nicht sauberer machen oder gar waschen, auch das hat seinen Grund. Fast jedes Gemüse besitzt eine Wachsschicht, die vor allem dem äußerlichen Haltbarkeit aber auch dem Schutz vor dem Austrocknen dient. Sie ist für die Lagerfähigkeit unseres Gemüses von großer Bedeutung. Eine gewaschene Möhre hat diese Schutzschicht verloren und kann dadurch schon nach wenigen Tagen Schimmel ansetzen. Wir hoffen aber, dass wir die letzten Möhren wieder erst Ende März aus dem Lager holen können und versuchen sie deshalb so wenig wie möglich zu beschädigen und nehmen deshalb in Kauf, dass sie eben so erdig sind. 

Anders als bei den Kartoffeln, sind wir mit  dem Möhrenertrag dieses Jahr sehr zufrieden. Natürlich verdanken wir das auch zum Großteil unserer Bewässerungsanlage, bemerkenswert ist aber dass wir dieses Jahr paradoxerweise deutlich weniger Frassschäden durch Mäuse in den Möhren hatten als sonst, obwohl es ansonsten wohl ein Mäuserekordjahr war.

Obwohl die Mäuse unseren Knollenselleriebestand erfolgreich dezimieren konnten, sind wir trotzdem mit dem Restertrag auch sehr zufrieden.

Ähnlich sieht es auch beim Lagerkohlrabi aus, der die Frasswunden einfach hingenommen hat und viele Köpfe verheilt und weitergewachsen sind. 

Die Weißkohl hat uns auch reich beschenkt und wir sind erstaunt darüber gewesen wie wenige Verluste wir hatten. 

Ein bisschen anders sah es beim Rotkohl aus. Er ist leider schon Ende August, als die Temperaturen plötzliche deutlich gesunken sind, in die Abreifephase übergegangen wodurch der Kopf sich schließt und sich verfestigt. Die darauffolgende Regenperiode und die wiederkehrenden warmen Temperaturen haben ihn dann erneut zum Wachstum angeregt, was wiederum dazu führt, dass die Köpfe leicht dazu neigen zu platzen. So waren wir genötigt die geplatzten Köpfe direkt auszugeben um nicht zu viele Ertragsausfälle zu erleiden. Dennoch konnte auch noch ausreichend Rotkohl im Keller eingelagert werden. 

Ein Rätsel ist uns bis heute was mit dem Chinakohl und dem Wirsing in diesem Jahr passiert ist. Beides waren sonst eher zuverlässige unkomplizierte Kulturen und machten auch in diesem Jahr zunächst den Eindruck dass alles gut gehen würde. Allerdings mussten wir nach und nach feststellen, dass die Köpfe beider Kulturen innen und außen dazu neigten zu faulen. Wesehalb ist nach wie vor unklar. Eine Möglichkeit ist der diesjährige starke Befall des Kohlblocks von der Schildlaus, auch weiße Fliege genannt. Sie hatten wir zwar jeden Herbst im Kohl, allerdings ist lang andauernde Trockenheit eine optimale Bedingung für deren Vermehrung, wodurch sie normalerweise eher in Gewächshäusern zum Problem werden. Die Läuse saugen den Pflanzensaft aus den Blättern, wodurch diese sich beginnen einzurollen, während sie im Stadium als Fliege einen klebrigen Honogtau ausscheiden auf welchem sich dann meist schwarz graue Rußtaupilze ansiedeln welche die Pflanze zusätzlich zersetzen. 

Dieses Schadbild hat sich leider dieses Jahr auch stark im Rosenkohl gezeigt. Und ein Satz Brokkoli musste fast komplett den Läusen überlassen werden. In Zukunft werden wir versuchen auf diesen Fall vorbereitet zu sein und nach langen Trockenperioden präventiv mit biologischen Spritzmitteln arbeiten um solchen Verlusten vorzubeugen.

Der Keller ist jetzt voll befüllt, die Kartoffeln lagern in Holgers Scheune und wir sind froh, dass trotz so mancher Hürde der Ertrag insgesamt so gut ist.

Vielen Dank an alle die an der Umfrage teilgenommen haben, dieses Jahr waren es 51!  Die Ergebnisse haben wir ausgewertet und zuletzt in die Planung für die Saison 2023 aufgenommen. 

Eine kleine Vorschau auf die kommenden Neuigkeiten:

Der Folientunnel soll im Frühjahr verschlossen werden und als Treibhaus genutzt werden. So können wir vor den Tomaten frühere Salatsätze anpflanzen. 

Insgesamt wurde auch mehr Salat gewünscht. Auch wenn aus verschiedenen Gründen dieses Jahr Probleme im Salat gab haben wir trotzdem die Pflanzmenge nochmal erhöht! 

Mehr Kartoffeln wurden auch gewünscht, dennoch wird die Anbaufläche die gleiche bleiben, da bei feuchteren Bedingungen auf diesem Acker auch mehr als der doppelte Ertrag gut möglich gewesen wäre.

Ein weiterer mehrstimmig erwähnter Wunsch war Stangensellerie in das Sortiment mit aufzunehmen, und das wollen wir gerne probieren! 

Außerdem wird die Paprikamenge ein bisschen erweitert und bei den Tomaten eine viefältige Mischung angepflanzt. Ihr dürft gespannt sein welche besonderen Sorten wir von der Solawi Petersilie vorgezogen bekommen. Insgesamt sind es  dieses Mal 13 Sorten. 

Das wären soweit erstmal alle geplanten Änderungen. Es wurde sich auch mehrfach Aubergine gewünscht, allerdings wird der Kartoffelacker nächstes Jahr in Richtung des Gemüseackers umziehen und da die Wahrscheinlichkeit zu groß ist, dass Kartoffelkäfer von den Kartoffelpflanzen auf die Auberginen überwandern und diese gänzlich vertilgen werden, müssen wir für die nächste Saison noch einmal auf den Auberginenanbau verzichten und ihn für die Saison 2024 vormerken.

Die kommenden Ausgaben werden ab dem 6/7.01.23 wieder zweiwöchig stattfinden. Geplant ist, dass zu jeder Ausgabe bis ende März etwa 6-7 Gemüse ausgegeben werden.

Thommi und ich werden über Januar und Februar im Urlaub sein. In dieser Zeit springt Holger ein und wird zusammen mit dem PEP-Team die Ernte und die Ausgaben bereiten. 

Bis im nächsten Jahr wünschen wir euch eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr! 

Viele Grüße Chris

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Abholstelle Friedberg - Dorheim und Solawi - Acker

auf dem Naturland Hof von Holger Pabst

Adresse Dorheimer Bergwerk 1 61169 Friedberg-Dorheim Karte des Ackers und der Abholstelle : (CC  BY-SA Openstreetmap Foundation )

Abholzeit: Freitags von 15:00 bis 19:00 Uhr Samstags von 9:00 bis 12:00 Uhr

Abholstelle Bad Nauheim

(nur nach vorheriger Anmeldung !) bei Ivo - Hotel K7

Adresse: Stresemann Str. 1-3 61231 Bad Nauheim

Abholzeit: Freitags von 16:00 bis Sontags 14:00 Uhr

Abholstelle Friedberg - Kernstadt

(nur nach vorheriger Anmeldung !) bei Alexia und Christoph im Hof des Architekturbüro Anders!

Adresse: Große Klostergasse 10 61169 Friedberg

Abholzeit: Freitags von 15:00 - 18:00 Uhr

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