Ackerbericht Mai

Hallo liebe Solawistas,

der Monat Mai hatte viele Überaschungen in sich und es fällt mir fast ein bischen schwer mich an alles zu erinnern was so alles passiert ist. Ich kann seit Anfang des Monats zum Glück wieder richtig mitarbeiten und bin sehr froh darüber dass meine Schulter wieder voll belastbar ist und soweit keine Probleme mehr bereitet. Besonders froh bin ich auch darüber dass mein Ausfall gut von den anderen Gärtnern getragen werden konnte, besonders Vera verdient an dieser Stelle ein großes Lob! Sie hat im März und April schon einen wirklich großen Teil der Bestellung auf dem Feld vorgenommen und damit die gesamte Saison in die Wege geleitet!

Dadurch dass sich das kalte und nasse Frühjar in die Länge zog ist im Mai deutlich geworden wie sich das allerdings auf den Gemüseanbau auswirkt. Wenig Licht, kalter Boden und viel Feuchtigkeit haben das Wachstum von den meisten frühen Kulturen ausgebremst wodurch sich die Saison nach hinten verschoben hat. Mittlerweile ist endlich warm, was sich natürlich auch bei der Arbeit bemerkbar macht wenngleich die Regenjacke immer noch eine treue Begleitung bleibt. Gerade Anfang Mai waren wir immer wieder erstaunt über das aufregende abwechslungsreiche Wetter.

Seit der Boden sich selbst auch erwärmt hat, sprießt es auf einmal aus allen Ecken! Leider gibt es jedoch auch Kulturen die den seltsam späten Sommerstart nicht einfach so akzeptiert haben. Wie geplant haben wir in der ersten Maiwoche in einer Mitgliederaktion alle Beete für Zucchini, Gurken und Kürbisse ausgesät, aber leider laufen die Pflänzchen nicht auf. Wahrscheinlich war der Boden noch zu kalt für eine Aussaat und die nötige Keimtemperatur für die Samen noch zu niedrig. In der Feuchten Erde ist das Saatgut dann mittlerweile nicht mehr keimfähig sondern abgestorben. Das ist natürlich ein herber Schlag der uns auch wieder vor Augen führt dass wir keine gelernten GärtnerInnen sind und uns teilweise einfach noch die Erfahrung fehlt um solche Entscheidungen genauer abwegen zu können.

Ähnlich mager sieht es bei den Buschbohnen aus, wobei dort eindeutig zu sehen ist dass die Lücken im Bestand durch Fraßschäden entstanden sind. Teilweise sind die Bohnen schon im Boden und sonst meistens die jungen Triebe der Pflänzchen stark abgefressen worden. Wer genau dahinter steckt ist ein Rätsel, abgedeckt sind sie jedenfalls. Neue Buschbohnen haben wir jetzt schon nachgesteckt, und genauso werden wir es wohl diese Woche mit Zucchini und co. machen. Wie der Zufall es will hatten wir allerdings das Glück dass die Gärtnerei in Bingenheim Kürbisjungpflanzen übrig hatte und uns diese einfach geschenkt hat, Vielen Dank!!

Die meisten anderen Kulturen und Unkräuter haben in der letzten Woche eine Riesensatz gemacht. Zu merken war das sicherlich auch an der Spinatmenge und der Radischengrösse.

Es waren insgesamt 47 Kisten! Danke an dieser Stelle an die ausdauernden MithelferInnen!

Es ist wirklich wieder verblüffend gewesen was sich in einer Woche tun kann! Einerseits ist das natürlich schön dass jetzt alles so toll kommt nachdem wir so lange gewartet haben. Allerdings ist es auch schade dass es jetzt mit so einer Wucht kommt, dass manche Kulturen sofort anfangen zu blühen und keine zweite Ernte mehr zulassen und auch mehrere verschieden alte Sätze z.B einfach gleichzeitig reif sind, was so auch nicht geplant war. Naja, jetzt haben wir den Salat! Um in Zukunft immer zum richtigen Zeitpunkt ernten zu können sind wir momentan auf der Suche nach einem Kühlcontainer und können hoffentlich bald unser Gemüse früher Ernten und trotzdem frisch halten. Falls jemand noch einen Tipp hat wo wir einen solchen Container herbekommen können freuen wir uns über Eure Mitteilung!

Ein durchaus erfreulicher Punkt ist das sich die Teilung der Beete von letztem Jahr mit 100m zu diesem Jahr auf 50m für uns jetzt schon positiv bemerkbar macht. Man hat insgesamt aus der Mitte heraus einen wesentlich besseren Überblick über das Feld und kann das Ende der Beete besser einsehen. Die Tragewege mit den vollen Erntekisten sind entsprechend kürzer, was für uns bei 100 Ernteanteilen auch einfach nötig war. Die neue Gliederung der Fruchtfolgeblöcke wird immer deutlicher zu erkennen und der große Anteil an Zwischenfrüchten ist nicht zu übersehen.

Der Zwischenfruchtanbau verdrängt andere Beikräuter, reichert Stickstoff im Boden an und lockert diesen mit den Wurzeln. Dadurch konnten wir dieses Jahr überwiegend eine pfluglose Bodenbearbeitung ausprobieren, was wiederum den Boden und das Bodenleben schont. Holger hat die meisten Beete gegrubbert und anschließend gefräst. Auch wenn wir zwar deutlich mehr Pflanzenreste per Hand beseitigen müssen um mit den Hackgeräten gründlich arbeiten zu können, ist die Bodenstruktur in diesem Frühjahr perfekt.

Des Gemenge aus Wintertriticale und Zottelwicke wurde letzte Woche geschlegelt. Der Schlegel schneidet die Halme im Gegensatz zu einem Mähwerk nicht ab, sondern schlägt und knickt und zerkleinert das Material auch noch. Das wird gemacht da wir das Material als Mulch für Sellerie, Paprika und Tomaten nutzen wollen. Die Schnittlänge ist dabei entscheidend und darf nicht zu kurz sein damit das Mulchmaterial nicht verrottet und den Kulturen schadet. Wir sind gespannt wie der Versuch sich entwickelt!

Hier noch ein Bild von den aktuellen Beeten im Gänsefußgewächseblock:

Rote Bete, zweimal Mangold und dahinter dicke Bohnen

Auf jeden Fall nicht zu vergessen ist diesen Monat auch wieder der tüchtige Einsatz des PEP – Teams an den Donnerstagen! Bei verschiedenen Arbeitseinsätzen haben wir zusammen im Mai schon wieder einiges geschafft! Sehr erfreulich ist auch dass dieses Jahr auch das ein oder andere neue Mitglied Spaß an der „Ackerei“ gefunden hat und sich dem Team anschloss. Und auch die diesjährigen TomatenpatInnen haben sich gefunden und ihre Tätigkeiten aufgenommen um die insgesamt 240 Tomaten zu pflegen. Aktuell gibt es auch hier schon den ersten Notfall da die Kartoffelkäfer, welche dieses Jahr keine Kartoffeln auf unserem Acker finden werden, kurzer Hand auf die Tomaten gekrabbelt sind. Wer Lust hat die Paten beim ansammeln der Käfer zu unterstützen ist herzlich willkommen und meldet sich am besten einfach gleich bei uns!

Dass wir immer noch kein Standrohr für den Hydranten von der Stadt bekommen haben ist zwar kaum zu glauben und wir wollen uns garnicht vorstellen was passiert wäre wenn es nicht geregnet hätte wie es das getan hat aber auch das ist eins von vielen kleinen Spannungsfeldern die uns der Mai beschert hat.

Trotzdem sind wir froh wieder frisches Gemüse ausgeben zu können und versuchen uns an die neuen Bedingungen anzupassen und daraus zu lernen. Wir sind gespannt was der nächste Monat bringt!

Eins noch: Es sind vom der letzten Abholung wieder Reste übrig geblieben. Im Abholraum in Dorheim gibt es noch einige Salate und mehrere kilo Spinat die gerne noch geholt werden dürfen!

Schöne Grüße, Chris

Veröffentlicht in: Acker

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