Ackerbericht N°7

Lagerernte

Über die Ernte wurde in den letzten Wochen viel über den Emailverteiler informiert. Immer wieder haben wir zu Mithilfe bei der Ernte aufgerufen. Anders als anfangs gedacht war es nicht mit 2-3 Ernteaktionen getan, sondern die Ernte der Lagergemüse hat sich über mehrere Wochen bis in den Dezember gezogen und war oft anstrengend und ungemütlich-kalt. Aber jetzt ist es geschafft! Es war toll, wie viele Menschen immer wieder auf den Acker gekommen sind um mitzumachen. Gerade am Sonntag kamen Solawis, die es sonst nicht auf Feld schaffen. Super!

Am 4.Dezember hat Chris die Pastinaken fertig geerntet und damit hatten wir dann alles Lagergemüse im Keller. Mit dem Erdkeller haben wir eine sehr gute Möglichkeit, das Gemüse direkt auf dem Hof an einem zentralen Ort zu lagern. Er hat ein gutes luftiges und kühles Klima und es friert da unten nicht.
Wegen des vollen Lagerkellers wird weiter wöchentlich Gemüse ausgegeben. Auch am 27. Und 28.12. findet eine Ausgabe statt!
Dank der Paten wird es zu fast jeder Ausgabe auch weiterhin frisches Feldgemüse (Rosenkohl, Grünkohl, Schwarzkohl, Lauch) geben!

Umfrage

Wir möchten uns für die super Beteiligung an unserer kleinen Befragungen bedanken! 50 Mitglieder haben teilgenommen und weitere haben uns ihre Anregungen und Gedanken per Mail zukommen lassen. Für uns war es sehr spannend eure Antworten zu lesen und auszuwerten und natürlich ist die Umfrage auch ein wichtiger Anhaltspunkt um die Saison 2020 zu planen.
Eure Meinungen gehen manchmal auseinander aber in einigen Punkten gab es auch viele ähnliche Stimmen.
Um euch einen Einblick geben zu können haben wir die wichtigsten Ergebnisse der Befragung mal zusammengefasst:


Erstmal haben wir uns sehr gefreut, dass auf die Frage nach einem Lieblingsgemüse fast alle Solawi-Kulturen mindestens einmal erwähnt wurden. Ein Pluspunkt für die Diversität! Gerade die Vielfalt an Gemüse wird anscheinend wertgeschätzt, auch wenn natürlich nicht jeder alles mögen kann.


Die Spitzenreiter der Lieblingsgemüse waren:
Kartoffeln, Tomaten, Salat, Rote Bete, Möhren, Kürbis, Zwiebeln, Mais.

Jetzt zum unbeliebten: Die 5 häufigsten Kulturen der Kategorie „zu viel“ waren: Zucchini, Fenchel, Schwarzkohl, Mangold, Bohnen. Was natürlich nicht heißt, dass es diese Gemüse nächstes Jahr nicht gibt! Aber vielleicht weniger …

Ihr sagt es gab zu wenig: Salat (wir vermuten mal da ist der Salat in der Spätsommer- und Herbstzeit gemeint), Gurke, Brokkoli und Blumenkohl.

34 von 50 Mitgliedern haben angegeben im Allgemeinen mit der Qualität des Gemüses und der Gesamtmenge der wöchentlichen Ausgabe zufrieden zu sein. 12 von den 50 sagten jedoch es sei zu viel für ihren Bedarf.
Erwähnenswert ist auch, dass 22 Mitglieder sich vorstellen können an einem anderen Abholtag ihr Gemüse zu holen. Dadurch könnte der große Andrang an den Freitagnachmittagen in Zukunft entzerrt werden und außerdem durch mehrere Erntezeitpunkte Gemüse in noch besserer Qualität möglich werden. Dazu aber mehr nächstes (oder sogar erst übernächstes) Jahr.
Die vielen weiteren Anregungen und Wünsche in Form von Ideen für Gemüsesorten, möglichen Anbaumethoden und Ideen für ein besseres Miteinander haben uns sehr gefreut und inspiriert. Wir haben alles was ihr geschrieben habt mit in die Planungsphase fürs nächste Jahr genommen und zum Teil schon einfließen lassen, z.B. wollen wir nächstes Jahr mal den Anbau von Auberginen ausprobieren. Das haben sich einige von euch gewünscht.
Um in Zukunft die Lage, die Entscheidungen und Fragen des Ackers gut gemeinsam besprechen zu können gibt es nächstes Jahr wieder mehrere Plenen. Ein erstes großes nur zu Ackerthemen (v.a. zur Vorstellung und Besprechung der Anbauplanung 2020) gibt es am 4.3.2020.


Planung für 2020

Im Winter ist Planungszeit in den Gärtnereien. In unserem Fall wird sogar besonders früh angefangen, weil das Gärtnerteam im Januar und Februar (Monate in denen typischerweise auch Planung stattfindet)  im Urlaub ist.
Im ersten Schritt haben wir die Pläne aus dem letzten Jahr angeguckt und notiert was unserer Meinung nach gut und was eher verbesserungswürdig war.
Im nächsten Schritt wurde festgelegt welche Gemüsearten und Sorten wir in welchen Mengen 2020 haben wollen. Hier sind Wahrnehmungen von uns und Wünsche von euch und natürlich Gerrits und Holgers Meinung eingeflossen
Im letzten Schritt wurde überlegt, was wo hingepflanzt oder gesät werden soll. Dabei ist wieder das know how von Allem gefragt, denn es müssen ganz verschiedene Aspekte beachtet werden. Gemüse der gleichen Familie sollten eigentlich nie zwei Jahre hintereinander auf dem gleichen Standort stehen, denn es besteht die Gefahr, dass der Standort dann im Bezug auf bestimmte Nährstoffe verarmen oder bestimmte Schädlinge und Krankheitserreger vermehrt auftreten. Eine Familie sind z.B. die Kürbisgewächse, zu denen nicht nur alle Kürbissorten, sondern auch Gurken, Zuchini und Melonen gehören. Wie lang genau die Empfohlene Anbaupause (das kann bis zu 6 Jahre sein!) ist lesen wir einfach nach (wir haben „Ökologischer Gemüsebau“ von Reyhaneh Eghbal benutzt).

Außerdem sollte beachtet werden, dass die Kulturen unterschiedlich gedüngt werden. Damit kennt sich Holger gut aus. Bei der Düngung ist es z.B. so, dass Karotten, Pastinaken und auch die Zwiebeln keinen frischen Mist als Düngung benötigen, es kann sogar sein, dass sie eher von Schädlingen befallen werden, wenn sie gedüngt werden. Also stehen diese Kulturen praktischerweise auf ihren Beeten nebeneinander. Kohl beispielsweise ist ein Starkzehrer, er steht lange auf dem Feld und verbraucht viele Nährstoffe. Bei Kürbis ist es ähnlich, also kommt Kürbis nicht auf ein altes Kohlbeet. Usw. Insgesamt ist ein bisschen wie so ein Knobel-Rätsel.

Die Planung frühzeitig anzugehen ist, wie gesagt, aus Gründen der Vorbereitung, z.B. Bodenbearbeitung, Düngung, Bestellung der ersten Pflanzen und von Saatgut wichtig. Diese Schritte werden in den nächsten Tagen und Wochen angegangen.

So, und jetzt Tschüss

😊


Mit diesem letzten Ackerbericht im Jahr 2019 sagen wir als Gärtnerteam tschüss, frohe Weihnachten und guten Rutsch!


Wir geben unseren Teil der Verantwortung und Arbeit jetzt für eine Zeit an Holger ab und machen unseren Jahresurlaub und feiern Überstunden ab
Ab März 2020 sind wir dann, bestimmt mit frischer Energie und ganz viel Lust loszulegen, wieder zurück!

Und was noch ganz wichtig ist zu sagen: vielen Dank an jeden Einzelnen von euch für die Möglichkeit, die ihr uns gebt so eine schöne Arbeit zu machen! Danke für euer Vertrauen, dass wir dieses, für uns erste, Jahr als Gärtner und Gärtnerin bei der Solawi Friedberg-Dorheim arbeiten durften. Danke für eure Wertschätzung, die wir immer wieder in Gesprächen, im Plenum, in Mails mitbekommen!

Christopher und Vera

Veröffentlicht in: Acker

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