Ackerbericht März 2022

Liebe Solawis,

es ist mal wieder Zeit für einen neuen Bericht vom Acker, denn dort wurden durch das warme Wetter der letzten Wochen schon einige Frühjahrsarbeiten möglich und wir wollen euch natürlich darüber informieren, was genau passiert ist.

Schon im Herbst hat Holger mit dem Traktor die Dämme für die Frühmöhren gezogen, weil die Witterungsbedingungen im Frühjahr manchmal zu feucht sind und kostbare Zeit verloren geht, in der die Pflänzchen schon wachsen könnten. Direkt danach wurde eine Zwischenfruchtmischung mit Lupine darauf ausgesät, die als Gründüngung dienen, und eigentlich über den Winter abfrieren sollte. Diese Saat ist gut gekommen und hat einen gleichmäßigen Teppich auf den Dämmen gebildet, wodurch andere Beikräuter unterdrückt wurden und somit theoretisch ihren Zweck erfüllt hat.

Möhrendämme mit Zwischenfrucht

Leider war es praktisch nicht lange genug am Stück kalt in diesem Winter, sodass die Zwischenfrucht nicht wirklich abgefroren ist. Wir haben dann die Möhrendämme selber von dem Bewuchs befreien müssen bevor wir anschließend direkt mit der Aussaat der Frühmöhren anfangen konnten.

Zur gleichen Zeit wurde auch der Rest des Bodens trocken genug, sodass Holger mit der Bodenbearbeitung unsere Beete weitermachen konnte.

Auf dem Nachtschatten – und Kürbisgewächseblock war der Boden so gut strukturiert, dass Holger weder pflügen noch fräsen musste. Er hat die Beete stattdessen nur mit einem Grubber tiefengelockert und mit einer Eggenwalzenkombination wieder eingeebnet. Auch auf dem Möhren- und Zwiebelgewächsblock hat diese nichtwendende Bodenbearbeitung ausgereicht. Lediglich auf einzelnen Beeten mit besonders harter Oberfläche hat Holger gefräst.

Den zweijährigen Kleegrasblock hat er wiederum mit dem Pflug umgebrochen. Dadurch wird die Gründüngung tiefer im gesamten Boden verteilt und die Beete können anschließend besser mit weiteren Gerätschaften bearbeiten werden. Auf diesen zukünftigen Kohlblock wird in kommender Zeit noch Rottemist von Pferden und Hühnern gefahren, bis dann die ersten Kohljungpflanzen ihren neuen Block besetzten können.

Wir haben als nächstes auf den neuen Beeten Spinat und Radieschen ausgesägt. Wir erhoffen uns vom alten Spinat allerdings auch nochmal eine Ausgabe!

Am letzten Sonntag haben wir gemeinsam mit einer Gruppe von Mitgliedern eine ganze Reihe an Dingen geschafft!

Gleich zum Anfang haben wir auf Beeten, an welchen in der Woche vorher, das PEP-Team noch fleißig den letzten Rosenkohl geerntet hat, schon die Zwiebeln und Knobläuche für die neue Saison gesteckt. Diese Arbeit ist eigentlich, für einen Teil des Pflanzgutes auch schon im Herbst angedacht gewesen, wodurch man einen leichten zeitlichen Vorsprung gehabt hätte. Allerdings sind wir zu der Zeit nicht mehr dazu gekommen, bis das Wetter es dann auch schon nicht mehr zugelassen hat.

Später am selben Tag haben wir dann gemeinsam unseren neuen Tunnel aufgebaut! Der Tunnel hat 22 Stangenbögen und eine 50m lange transparente Folie. In Abständen von 2,3m haben wir die Bögen im Boden verankert. Das erforderte ein paar Ausmessungen aber war am Ende leichter als gedacht. Nur mit vereinten Kräften und bei absoluter Windstille konnten wir die Folie über die Bögen spannen und festzurren. Leider gibt es davon kein Foto! Hat aber viel Spaß gemacht! Danke an alle die dabei waren!

In diesem Jahr werden wir den Tunnel vorne und hinten noch offen lassen und ihn nicht als Treibhaus, sondern lediglich als Witterungsschutz nutzen. Dadurch bleiben die Tomatenpflanzen vor zu viel Feuchtigkeit geschützt und werden von der gefürchteten Kraut und Knollenfäule verschont bleiben.

An den inneren Rändern des Tunnels werden wir mit verschiedenen Kulturen experimentieren, um herauszufinden was neben den Tomaten am besten in diesen Tunnel passt.

Wenn wir genauer wissen wie die Arbeit im Tunnel so klappt, können wir ihn in den folgenden Saisons auch vorne und hinten abdichten. Dadurch kann die Wärme innen gut gehalten werden und somit die Gemüsesaison künstlich vorgezogen und verlängert werden.

Am Dienstag haben wir uns bereits sehr über den Tunnel gefreut. Während knapp 7 Liter Regen auf unseren Acker runtergenieselt sind, haben wir gemütlich im Tunnel gesessen, Knoblauch sortiert, Mittag gegessen und die Beschilderung für die Beete erneuert!

Bald steht übrigens die erste Jungpflanzenlieferung der Solawi Marburg vor der Tür! Battaviasalat und Fenchel 🙂 und von Wunderlich bekommen wir in der gleichen Woche den ersten Eissalat und Kohlrabi!

Nach der letzten Gemüseausgabe Anfang April wird es wieder eine Ausgabepause geben, bis die ersten Kulturen erntereif sind. Wann genau das ist, hängt wie immer hauptsächlich von der Temperatur und dem Niederschlag ab. Wir hoffen, dass die neue Ausgabesaison wieder Mitte Mai starten kann! Zur letzten Ausgabe des „alten“ Gemüses, werden wir noch einmal eine Umfrage vorbereiten, bei der ihr eure Meinung, Wünsche und Anregungen zu den letzten Monaten der Gemüseausgabe einbringen könnt!

Auf ein erfolgreiches neues Jahr!

Chris

Kategorien: